Mucbook: Küsse und Bisse: Kleists „Penthesilea“ im Pepper Theater

Einmal rundherum, wie um eine Arena, sitzt das Publikum um die kleine Bühne des Pepper Theaters verteilt, keinen Meter vom Schauspiel entfernt. In dieser Arena ist bereits Schreckliches geschehen – und es wird noch Schrecklicheres geschehen. Mitten aus dem Publikum steht plötzlich eine junge Frau (Rebecca Thoß als „Meroe“) auf: „Wohlan“. Kommentarlos entkleidet sie sich, kniet sich vor den Wasser-Eimer in der Mitte der Bühne, und beginnt sich zu waschen – erst besonnen, ruhig, dann immer besessener. Sie versucht das abzuwaschen, was ihr angetan wurde: eine Vergewaltigung.

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Photo: Lisa Grinda

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Mucbook: Manifeste über Manifeste: Julian Rosefeldts Filminstallation „Manifesto“ in der Villa Stuck

Tanzend, fliegend, hypnotisierend gleiten die Feuer-Funken über die Leinwand. „I’m writing a manifesto, because I have nothing to say“ ertönt die Frauenstimme aus dem Lautsprecher über den Köpfen der Besucher. Die Flammen knistern, schön und beängstigend, während die zischende Zündschnur langsam zu Asche verfällt.

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Photo: Julian Rosefeldt und VG Bild-Kunst, Bonn 2017

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Mucbook: “Bit Rot”: Popart für das digitale Zeitalter in der Villa Stuck

“Hyperconnected Young People are Monsters”. “If you Photograph your Salad it Turns into a Ghost”. “Liking isn’t Voting”. So wird man als Besucher in Douglas Couplands Ausstellung “Bit Rot” beim Betreten des Saales begrüßt. Beidseitig ist die große Säule gleich am Eingang mit bunten, quadratischen Kacheln versehen. Ein echter Augenschmaus, der mit den unterschiedlichsten Slogans für die moderne Welt zum Nachdenken anregt. Eine Mischung aus absurden Witzen, ironischen und gesellschaftspolitischen Kommentaren, sowie Internet-Memes, die verschiedene Sichtweisen auf unsere Welt spiegeln und dem Besucher entgegenspringen.

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Photo: villastuck

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Mucbook: „Shoot! Shoot! Shoot!“: Sixties-Ikonen zu Gast im Stadtmuseum

Die Sixties: es gibt wohl wenige Jahrzehnte, die mit einer so ungeheuren Nostalgie und Sehnsucht behaftet sind. Musikalische, artistische und modische Ikonen hat dieses Jahrzehnt viele vorgebracht, selbst wenn man als „Millenial“ eigentlich nur aus der Ferne schwärmen kann. Das Münchner Stadtmuseum präsentiert nun mit „Shoot! Shoot! Shoot!“ eine Auswahl von Fotografien aus der Schweizer Nicola Erni Collection, die uns geradewegs ins pulsierende Partyleben der New Yorker, Londoner und Pariser Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre entführt.

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Photo: David Bailey

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Mucbook: ALLIGATOR GOZAIMASU: Album-Release-Party des Künstlerkollektivs im Import Export

Vorsicht, bissig! Mit viel Humor und schier überbrodelnder Kreativität feiert das multi-kulti Künstlerkollektiv Alligator Gozaimasu im Import Export die Release-Party zum gleichnamigen Debut-Album. Die Kollaboratoren stammen aus Berlin, Südafrika, der Ukraine, aus Hawaii, England, Brasilien und Japan, sie sind Musiker*innen, Filmemacher*innen, Künstler*innen auf akustischer sowie visueller Ebene. Herzstück des Kollektivs ist allerdings die Münchner Künstler-Formation beißpony (Stephanie Müller und Laura Melis Theis), die schon seit 2006 mit ihren Performances die Stadt unsicher machen.

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Photo: Klaus Erich Dietl

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Mucbook: „Body Talk”: die Kammerspiele setzten sich für mehr Diversität im Stadttheater ein

Männlich. Weiß. Hetero. So sieht es aus, in den Münchner Stadttheatern. Die Kammerspiele scheinen davon nun genug zu haben, denn sie wollen sich stark machen für mehr Vielfalt auf und hinter der Bühne, und für die Sichtbarmachung von Minderheiten: Frauen, Queers, Dunkelhäutigen, all denjenigen, die sich den männlich-weiß-heterosexuellen Standards der Stadttheater-Szene nicht unterordnen, sondern ihre eigenen Geschichten erzählen wollen.

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Photo: Münchener Kammerspiele

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Mucbook: YES TO ALL: Pinke Raketen, Shopping Bags und Chanel-Massaker in Sylvie Fleurys Ausstellung “My Life on the Road”

Pink, gewaltig, unwirklich, ragt die Rakete im traditionsreichen Raucherzimmer Franz von Stucks in die Höhe – eine spannende Kombination aus männlichem Phallus-Symbol und rosa-farbenem Mädchentraum, aus innovativer Weiblichkeit und konservativer Männlichkeit. Sylvie Fleury spielt in ihrer Ausstellung My Life on the Road kreativ und humorvoll mit den Klischees angeblich femininer sowie maskuliner Kunstobjekte: Autos und Motorräder werden hier zu Spielzeugen für Frauen (Every Woman has a Purple Motorbike Inside (2016)), High-Heels und Shopping-Bags werden als Skulpturen inszeniert.

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Photo: Joshua Wilking

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